A1: 6. Meisterschaftsspiel gegen Teuto Riesenbeck

Arminia lässt Federn gegen den Angstgegner

Wer sich heute auf einen schönen Fußballabend gefreut hatte, sah sich schnell im falschen Film. Mit Fußball hatte das Ganze, was sich beim Spiel unserer A-Jugend gegen Teuto Riesenbeck zutrug, leider nur phasenweise etwas zu tun. Teilweise überhart geführte Zweikämpfe beherrschten die Begegnung und ließen gepflegtes Passspiel kaum zu. Mit ebendieser Taktik gingen die Gäste ins Spiel und wurden am Ende mit einem Unentschieden belohnt.

Es waren gerade einmal sieben Minuten gespielt als sich beispielhaft zeigte, welche Folgen eine derartige Ausrichtung haben kann. Bei einem harten Einsatz des Riesenbecker Kapitäns prallten er und unser Stürmer David unglücklich mit den Köpfen zusammen. Beide blieben zunächst benommen am Boden liegen. Während David mit einer Beule weitermachen konnte, ging es für den Abwehrspieler der Teutonen nicht weiter und zur Beobachtung ins Krankenhaus. Wir wünschen von ganzem Herzen gute Besserung! Fortan entwickelte sich ein Spiel nach immer dem gleichen Muster. Arminia erarbeitete sich viel Ballbesitz, Teuto stand sehr tief und lauerte auf Konter. So etwas wie Torgefahr ergab sich nahezu ausschließlich im Anschluss an Standardsituationen. Beispielsweise in der 15. Minute als ein Freistoß von David das Tor knapp verfehlte oder in der 29. Minute, in der Jans Schuss im Anschluss an eine Ecke von David den gleichen Weg nahm.

Fanden die langen Bälle der Gäste zunächst kaum einen Abnehmer, änderte sich dieses in der 37. Minute. Ein auf die rechte Seite geschlagener Ball landete beim Rechtsaußen der Teutonen. Dieser zog nach innen, konnte von Elia nicht mehr entscheidend gestört werden und zentral vor das Tor passen. Der dort lauernde Gästestürmer hatte wenig Mühe zum 0:1 einzuschieben. Riesenbecks Plan war zunächst aufgegangen. Die kompromisslose Gangart der Gäste nahm der Arminia nicht nur die Spielfreude. Sie verleitete die Jungs vielmehr dazu, selbst körperlich dagegenzuhalten. Zu einer Verbesserung der Spielqualität trug das leider nicht bei. Die Gastgeber waren dennoch weiterhin bestrebt, dem Spiel eine Wende zu geben. Den Angriffsbemühungen fehlte allerdings entweder die letzte Genauigkeit oder sie wurden von der dicht gestaffelten Abwehr der Gäste erfolgreich unterbunden.

„Seid geil auf die Zweikämpfe!“ Wer diese Worte des Gästetrainers zu Beginn der zweiten Halbzeit vernommen hatte, konnte den weiteren Spielverlauf förmlich erahnen. Und genauso kam es. Von schönem Fußballspiel war kaum noch etwas zu sehen. Jeder Zweikampf wurde verbissen, nicklig und z. T. überhart geführt. Durch seine zurückhaltende Spielleitung verpasste es zudem der Schiedsrichter, das Spiel in geordnete Bahnen zurückzulenken. So war es wenig verwunderlich, dass ein Elfmeter der Gerechtigkeit auf die Sprünge helfen musste. Nach einem Foul an Jeffrey im Strafraum hieß es in der 57. Minute Strafstoß für die Arminia. Bjarne ließ sich diese Chance nicht entgehen und traf eiskalt unten links zum Ausgleich. Noch war genügend Zeit für einen Siegtreffer. Der Arminia fehlte jedoch am heutigen Abend die notwendige Präzision. In der 71. Minute verfehlte Jeffrey nach Pass von Jannis ebenso das Tor wie David zwei Minuten später nach einer Ecke von Jan. Nachdem in der 75. Minute eine Flanke von Johann auf der Querlatte landete und in der 89. Minute Jeffrey das Tor freistehend verfehlte, war jedem Anhänger der Arminia klar, dass die Hoffnung auf den Lucky Punch am heutigen Abend vergeblich war.

Schließlich nahm die Partie noch ein unrühmliches Ende. Nach einem brutalen Foul an Jan in der Schlussminute musste der Schiedsrichter noch eine Zeitstrafe aussprechen. Es ist dem Übeltäter hoch anzurechnen, dass er sich nach dem Spiel bei Jan entschuldigte und sich nach dessen Befinden erkundigte. Etwas Derartiges ließe sich jedoch vermeiden, wenn Fußballtrainer ihre Spieler weniger zum Kämpfen als zum Spielen auffordern würden. Das kann schließlich nicht missverstanden werden und würde eher zu dem beitragen, was Fußball auszeichnet. Vor dem Hintergrund des Spielausgangs wird Teutos Trainer feststellen, dass seine Taktik zum Ziel geführt hat. Den ihm zweifelsohne erteilten Auftrag, im Jugendfußball auch pädagogische Aspekte einfließen zu lassen, hat er heute auf jeden Fall nicht erfüllt. Schwamm drüber! Freuen wir uns einfach auf das nächste Spiel, das uns in drei Wochen nach Lienen führt, wo im Endspiel um den Kreispokal hoffentlich wieder Fußball gespielt und nicht bloß zerstört wird.

Tore: 0:1 (37.), 1:1 Bjarne (57., FE)

Kader:  Jannis Brockfeld, Mattis Brockschmidt, Jeffrey Goltsche, Nick Jansing, Mathis Keller, Tom Keller, Nils Kiesow, Elia León-Kettner, Jan Lunemann, Felix Pax, David Praetorius, Finn Przesang, Johann Schauerte, Bjarne Schmidt, Fabian Winter